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Long/Post-COVID: 4 Wirkstoffe künftig im Off-Label-Use verordnungsfähigErgänzung in Anlage VI Teil A der Arzneimittel-Richtlinie

Die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) regelt die Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten (Off-Label-Use).

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufnahme von Ivabradin, Metformin, Agomelatin und Vortioxetin in Teil A der Anlage VI der AM-RL zur Behandlung unterschiedlicher Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Long/Post-COVID beschlossen. Eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist somit nun in diesem Rahmen auch außerhalb der Zulassung möglich.

Ivabradin 

Zukünftig können Arzneimittel mit diesem Wirkstoff bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit COVID-19-assoziiertem PoTS (Posturalem orthostatischem Tachykardiesyndrom) eingesetzt werden, die eine Therapie mit Betablockern nicht tolerieren oder für diese nicht geeignet sind.

Für Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter, die keine angemessenen Methoden zur Empfängnisverhütung anwenden, ist Ivabradin kontraindiziert.

Metformin

Kann zukünftig zur Prophylaxe von Long/Post-Covid (innerhalb von 3 Tagen nach Diagnosestellung einer akuten SARS-CoV-Infektion) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von 16 Jahren verordnet werden, bei denen der Risikofaktor Übergewicht/Adipositas (BMI >25) vorliegt und die COVID-19 Symptome weniger als 7 Tage vorhanden sind.

Agomelatin

Findet Einsatz zur Behandlung der Fatigue bei Patientinnen und Patienten mit postinfektiösem ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatique Syndrom) und/oder mit Long/Post-COVID.

Bei allen Patientinnen und Patienten sollen vor Beginn der Behandlung Leberfunktionstests (Kontrolle der Transaminasen) durchgeführt werden. Die Behandlung darf nicht begonnen werden, wenn die Transaminasenwerte das Dreifache des oberen Normbereichs überschreiten.

Vortioxetin

Die Anwendung im Off-Label-Use ist für erwachsene Patientinnen und Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen und/oder depressiven Symptomen im Rahmen von Long/Post-COVID vorgesehen.

Hinweis

In Deutschland ist momentan kein Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Vortioxetin verfügbar. Ein Einzelimport aus dem europäischen Ausland ist aktuell nur für das Originalpräparat Brintellix® möglich, dessen pharmazeutischer Unternehmer (Lundbeck GmbH) dem Off-Label-Use jedoch keine Zustimmung erteilt hat.

Weitere Informationen

Zusätzliche Angaben in der Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels, wie beispielsweise Dauer der Therapie, Dosierung, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen und Gegenanzeigen sind zu beachten. 

Zustimmung pharmazeutischer Unternehmer

Bitte beachten Sie auch, dass für die Off-Label-Indikationen nur Präparate von Herstellern verordnungsfähig sind, die eine entsprechende Haftungserklärung abgegeben haben. Diese Hersteller sind unter Punkt k) im Beschluss aufgelistet.

Nicht verordnungsfähig sind demnach analoge Arzneimittel aller übrigen pharmazeutischen Unternehmer, da von diesen keine entsprechende Erklärung vorliegt.

Die Beschlüsse sind seit dem 11. Juni 2026 in Kraft.

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